Die Vielfalt der Themen auf unserer Veranstaltung, die am 19. Juni 09 in der HomeBase Berlin stattfand, sollte die Breite der Anwendung des Social Web in der Unternehmens- und Geschäftswelt wiedergeben. In drei parallelen Tracks wurde über Semantic Web, Strategie 2.0 und die Auswirkungen des Social Web diskutiert.
Roy Uhlamm erklärt in seinem Wrap Up des SemanticCamps neben den Diskussionsinhalten auch die Bedeutung des Begriffs Semandipity.
Christian Krassowka und Matthias Slawik haben in ihrer Session im Open Space die Frage erörtert, welche neuen Geschäftsmodelle und Monetarisierungsstrategien auf der Developer Garden API Anwendung finden können.
Ob sich die Qualität des Strategieentwicklungsprozess in Unternehmen durch den Einsatz innovativer Web-Technologien verbessert, stand im Strategie 2.0 Workshop zur Debatte, den ich gemeinsam mit Ghislaine Caulat von Ashridge Consulting und Frank Mattes von Hirzel Leder & Partner begelietet habe. Die Einschätzung der Teilnehmer an diese Entwicklung waren sehr unterschiedlich. Trotzdem haben wir die folgenden zentralen Thesen gemeinsam in diesem Workshop erarbeitet:
Konflikte und Ängste entstehen in Hinblick auf Änderungen, die in Stratgeiprozessen angestrebt werden. Diese Ängst und Konflikte manifestieren sich in virtuell realsierten Strategieentwicklungsprozessen ungefilterter und krasser.
Führung im virtuellen Raum bzw. Leadership 2.0 kann nur dann erfolgreich sein, wenn echte Führung im realen Raum etabliert ist.
Etablierte Verfahrensweisen und Prozesse aus der 1.0-Welt haben viele Vorzüge, die mit 2.0-Entwicklungen kombiniert werden können. Es sollte geprüft werden, ob ein Zusammenschluss dieser beiden Bereiche zu einem 1.5-Ansatz die überlegenern Ergebnisse erzielt.
Voraussetzung für eine Strategieumsetzung, die den größten möglichen Anteil der Mitarbeiter integriert, ist die Reduzierung von Komplexität durch eine wohl überlegte Auswahl an Themen und Werkzeugen.
Eine offene Unternehmenskultur, die eine technologisch etablierte Offenheit trägt, ist für einen erfolgreichen Einsatz von 2.0-Technologien im Strategieprozess absolut notwendig.
Strategie 2.0 leitet einen Paradigmenwechsel in der Führung von Unternehmen ein. Im Zuge dieser Entwicklung verändert sich wahrscheinlich auch das Konzept von Unternehmen an sich, also die damit assozierten Modelle, seine Grenzen und Werte.
Ich hoffe, dass wir das Thema Strategie 2.0 auf dem nächsten Future Space weiter verfolgen werden.
Mein Eindruck, dass die Diskussion über das Social Web den Elfenbeinturm langsam verlässt, hat sich auf dem Future Space verfestigt. Es sind mehr und mehr die Anwender und Praktiker, die sich an der Diskussion beteiligen. Ich freue mich über diese Entwicklung, weil sie einen direkten Weg aus der über eine lange Zeit andauernden Meta-Diskussion aufweist. Für die nächsten Future Saces wünsche ich mir, dass noch stärker diese Entwicklung unterstützen. Wenn Ihr Themenvorschläge oder Anregungen für die nächsten Veranstaltung habt, schreibt mir bitte.
Weitere Zusammenfassungen, Meinungen und Rückblicke zum 3. Dresden Future Space habe ich bei Jörg Sandl und Christoph Rauhut auf besser 2.0 gefunden.